Kong An Jie in der grossen Welt
Montag, Oktober 30, 2006
Hot Pot
als Dankeschön für die Einladung zum Oktoberfest wurden John und ich nun zu etwas typisch Chinesischem eingeladen - nämlich Hot Pot. Zusammengefasst bedeutet das eine grosse Schüssel voller sehr scharfer Suppe, die dann je nach Geschmack mit Fleisch, Pilzen und anderem Gemüse verfeinert wird.
Den Langnasen zu liebe haben Juli (meine Lehrerin) und ihr Freund einen zweigeteilten Topf bestellt, eine scharfe und ein erträgliche Hälfte - aber wir haben es überlebt :)
Montag, Oktober 23, 2006
Deutsche Küche in Shanghai
Und wieder war es Zeit, etwa deutsche Kultur nach China zu bringen - deutsche Esskultur, um genau zu sein. Am Sonntag haben Martina, Dominik und ich ein paar chinesiche Bekannte eingeladen um zusammen zu essen. Wir wollten ihnen gerne etwas typisch Deutsches präsentieren und als ordentliche Schwaben kommen da natürlich nur "handg'schabte" Spätzle in Frage - da ich ja nur Eingewanderte bin, habe ich das der "Eingeborenen", Martina, überlassen und mich meinerseits für Champigong-Rahm-Geschnetzeltes entschieden. Gesagt, getan - moment - so einfach ist das nämlich nicht, in China. Um unser "einfaches Menü" hinzubekommen bedurfte es reichlich Vorbereitung. Neben dem Einkauf im internationalen Supermarkt Carrefour (für ordentliche Eier, Sahne und Mehl) mussten auch noch die passenden Kochutensilien angeschaft werden. So sind wir jetzt stolze Besitzer eines 10l Aluminiumtopfes und eines 10Yuan (1€) Wok.
Ich kann euch sagen, es war abenteuerlich und ein bischen wie Camping mit dem Gasofen - aber wir haben es hinbekommen und die Chinesen waren begeistert, auch wenn sie die Füllkraft der Spätzle leicht unterschätzt haben :D. Zusätzlich konnte Martina dann noch mit einem deutschen (Schwäbischen) Kochbuch auftrumpfen und einige Bilder zeigen.
Nun sind wir das nächste mal eingeladen, wobei noch nicht ganz feststeht, ob ins Restaurant oder selbst kochend. Aber Hot Pot (Scharfer "Eintopf) wird es sein - und Baozi und Jaozi (Gefüllte Dampfknödel) wollen sie uns auch zeigen.
Freitag, Oktober 20, 2006
Donnerstag, Oktober 19, 2006
Oktoberfest 2006 Shanghai!
Oktoberfest 2006 in Shanghai.
Wie repräsentiert man die eigene Nation am Besten, ausser in allen Stereotypen dieser Welt? Dank dem Paulaner Shanghai hatte ich die Chance einigen Intenationalen Mitsstudierenden das Oktoberfest näher zu bringen. Gesagt, getan, hatte ich das Oktoberfest zunächst nur einigen Deutschen angekündigt und gehofft, dass alles ganz simpel ablaufen würde. Aber mit der Zeit entwickelte sich diese Information zum Selbstläufer und immer mehr Studenten kamen auf mich zu, ob ich die sei, die hier Oktoberfest feiern würde. Schlussendlich hatte ich dann einen Tisch für 15 Personen bestellen müssen und noch etlichen Anfragen eine Absage erteilt, um nicht Gefahr zu laufen, gleich das ganze Paulaner zu mieten. Treffpunkt war Samstag nachmittag in der Lobby unseres Wohnheims.
Wie ja vielleicht einige von euch wissen, bin ich dank Mingerner Unterstützung stolze Besitzerin eines Dirndls, doch dank Air Qatar, hatte ich es nicht aus Deutschland mitbringen können, denn es war zu schwer und stand dann doch nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Aber dank eines netten Arbeitskollegen meines Papas, der dienstlich hierher unterwegs war, wurde es dann doch noch eingeflogen. Mein Dirndl in Shanghai! welches Dirndl kann das schon von sich behaupten?
Ich hatte neben etlichen Amerikaner, Canadiern, Französinnen, Australiern und Östereichern auch eine meiner Chinesischlehrerinnen zum Fest eingeladen. Unter dem Deckmantel der „Kulturellen Veranstaltung“ versteht sich; und zu meiner Überraschung hatte sie zugesagt, allerdings auch ohne Vorwarnung zwei ihrer Freunde mitgebracht. Soweit so gut, alle in Taxis verpackt und den Fahrer die Adresskärtchen gegeben, blieben am Schluss noch Chris und ich übrig. Man muss deutlich machen, dass Chris ein sehr, sehr grosser, sehr sehr blonder Australier ist und ich im Dirndl da stand. Als wir uns ins Taxi setzen und die Adresse noch nicht ganz fertig aufgesagt hatten, fing der Fahrer schon an zu lachen, Trinkbewegungen zu machen und „pijio?!“ (Bier) zu sagen. Der wusste also bescheid! Und hat wahrscheinlich gedacht, er würde DAS deutsche Pärchen schlechthin durch Shanghai fahren.
Nach anfänglichen Organisationsschwierigkeiten dank des unglaublich schlechten Personals des Paulaners (damit will ich jetzt gar nicht erst anfangen, das würde Seiten füllen) haben wir es aber dann doch mit 19 – anstatt 15 – Leuten an eine lange Tafel geschaft.
Da ich tatsächlich vor hatte, vor allem meiner Lehrerin zu liebe, eine kleine historische Einführung zu halten, haben Julia, Lydia und ich uns erstmal zur Schnapsbar bewegt, denn was ist eine Rede ohne Schnaps? Unsere Erungenschaft: eine original Flasche Himbeergeist für 800Yuan (80€...). Also wieder zurück, mit Flasche und 19 kleinen Gläschen und rauf auf die Bank. Jedenfalls wissen jetzt 3 Amerikaner, 5 Deutsche, 2 Canadier, 3 Franzosen, 3 Chinesen, 1 Australier und 1 Östereicher, dass das Oktoberfest 1810 zum ersten Mal als Hochzeit des Prinz Leupold und seiner Prinzessin Theresia gefeiert wurde, in Deutschland, dass 172 Fest stattgefunden hatte, im Schnitt 60.000Hektoliter den Besitzer wechseln und noch etliche Kleinigkeiten mehr. Und vor allem wissen sie jetzt, was deutscher RasberrySchnaps (Himbeerschnaps) ist
Etwa eine Stunde später hatten wie dann mit unserem vierGänge Menü angefangen (300Yuan für 4 Gänge (Salat, Leberknödlsuppe, 8Paar Würstchen auf Kartoffelbrei und Sauerkraut, Apfelstrudel) und all-you-drink) und zur gleichen Zeit fing auch die Kirchdorfer Musi an. Von nun an wurde es ein ständiges Hin und Her zwischen Tanzfläche und Tisch. Zunächst hatten wir alle ganz brav am Rand der leeren Fläche gestanden, doch dank Jho wurde ich bald dazu auserkoren, mit ihr diese zu eröffnen und von da an wurde es voll.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle unglaublich viel Spass hatten, dass Essen sehr gut war, meine Lehrerin und ihre Freunde sich trotz mehrmaliger Trinkherausforderungen sehr wohl gefühlt hatten und alle mehr oder weniger gut und mehr oder weniger allein wieder heim gefunden hatten – so muss es sein, am Oktoberfest!
Sonntag hingegen war natürlich eher ruhig – allgemeine Katerstimmung. Aber da hilft nur eins, raus! Gesagt getan, denn wir (Julia und ich) wurde zum Fussballspiel eingeladen. Gott, nein! Ich doch nicht selbst! Im Honkou Footballstadion in Shanghai hatte die Shanghaier Mannschaft ihr letztes Spiel der Saison. Da in dieser Mannschaft auch der ehemalig Deutsche Spieler Carsten Janker sein letztes Spiel bestreiten sollte, war das natürlich ein Grund und mit 5€ Eintritt waren wir dabei. Ein herrliches Spiel und noch herrichere Fans – wir haben direkt neben dem Shanghaier Fanblock gesessen! Aber so ging auch dieser Nach-Oktoberfest-Tag zuende.
Sonntag, Oktober 15, 2006
Donnerstag, Oktober 12, 2006
papas in pyjamas
Papas in Pyjamas!
So lautet die Überschrift eines der Kapitel in meinem Reiseführer. Der Inhalt behandelt vor allem die chinesische Mode. Während die jungen Frauen sich besonders schick machen und mit möglichst vielen Marken(fälschungen) einen reichen Mann angeln wollen – es ist doch überall gleich auf der Welt, laufen die älteren und vor allem Männer abends hier im Pyjama auf der Strasse herum. Quasi die Freizeitkleidung zum Einkaufen. Und wie wir das so sehen und beobachten kommt uns der Gedanke, dass wir das auch machen sollten, schliesslich will man China ja auch ganz traditionell erleben. Oder nicht? Also alle ab in den Pyjama und ab auf die Strasse! Ja, richtig, wir sind alle (Fotos folgen) im Pyjama losgestiefelt. Zuerst durch die Lobby des Wohnheims (wahrscheinlich der schwierigste Teil, denn dort sitzen ja nur internationale Studenten, die uns angesehen haben wie Ausserirdische), dann bis zum Supermarkt (20min), dann zu McDonald... das lustige ist eigentlich, dass wir von den Chinesen auf einmal NICHT mehr angeschaut wurden, also zumindest deutlich weniger – wir wurden als ihres gleichen akzeptiert! Doch dann kam die Idee auf, in dem Aufzug zum Bund zu fahren, quasi DER Flaniermeile in Shanghai. Mit dem Taxi angekommen haben wir uns durch unmengen an Menschen geschoben und von verwirrten Westlern bis zu lachenden Chinese und kichernden koreanischen Schulklassen war wirklich alles dabei. Alles! Aber wir sind ja auch aufgefallen wir bunte Hunde. Welcome to China!
Am Montag waren wir übrigens anlässlich des 3.10. im deutschen Konsulat zu einem Empfang eingeladen. Also haben wir uns alle richtig rausgeputzt (siehe Bild) und sind losgezogen, den Österreicher, von nun an liebevoll Hilfsarier genannt, im Gepäck. Wir haben vor allem 3 Dinge mitgenommen: viel leckeres deutsches Essen (Katopü, Sauerkraut, Kasseler, grüne Bohnen, Brot...), viele leckere Getränke (dt. Weine und Paulanerbier) und die Erkenntnis, dass wir alle ganz schön aufpassen müssen, wenn wir zurück kommen, man gewöhnt sich hier nämlich stark daran, dass man sich problemlos über alles und jeden unterhalten kann und einen eigentlich keiner versteht
Übrigens gehts am Samstag ins Paulaner zum Oktoberfest! Mit einer Gruppe von 16 Leuten, die ganz bunt international gemixt ist – ich bin mal gespannt!
Montag, Oktober 09, 2006
Bejing III
Mit dem Öffnen der Tore haben auch wir uns zur Kasse der verbotenen Stadt bewegt. Übrigens, wenn man von „englischen“ Reiseführern, bzw solchen, die dich durch diese Stadt führen wollen angesprochen wird, ist es ganz verwunderlich, dass keiner der Mitreisenden der englischen Sprache mehr mächtig ist... „verbotene Stadt“ übrigens deshalb, da dies die Residenz der Kaiser war, niemand, der nicht in der Stadt arbeitete durfte sie betreten. Allerdings durfte der Kaiser sie auch nicht verlassen. Dies hat zwei Dinge zur Folge: zum einen sehr hohe, verschlossene Mauern, die sich übrigens auf ganz Peking erstrecken – wir hatten alle den Eindruck, dass Peking unglaublich verschlossen und verborgen wirkte, und zum anderen hiess es, dass die Kaiser sich einen „goldenen Käfig“ erbauen liessen. Es durfte ja schliesslich an Nichts und am wenigsten an Schönheit fehlen. Da wir ja zuerst den Kohlehügel besichtigt hatten, betraten wir die Stadt nun von der Rückseite, also begannen wir mit der wunderschönen Gartenanlage aus uralten verwobenen Bäumen und Steinlandschaften.
Je weiter wir uns Richtung Haupteingang bewegten, vorbei an verschiedensten Palästen und durch bzw. über viele Durchgänge, umso voller wurde es und um so mehr Reisegruppen kamen uns entgegen. Deshalb hat sich das „Rückwärtsgehen“ schon allein gelohnt. Aber zum Glück ist es ja ein riesiges Areal.
Am anderen Ende angekommen, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Der gleiche Weg, den wir morgens in aller Ruhe entlang gewandert waren, war nun unüberschaubar überfüllt, und es war doch erst 12. Nun gut, wir waren durch, also raus aus dem Chaos und rein in die Pekinger Metro. Am Bahnhof angekommen, unser Gepäck wieder eingeschlossen (das hatten wir tatsächlich die ganze Zeit dabei) und Lisa eingesammelt (sie ist tatsächlich nach dem Morgenapell wieder ins Hotel) haben wir unseren netten Fahrer angerufen, damit er uns zum Sommerpalast bringt. Er hatte allerdings die schöne Idee, dass wir eine Strecke mit der Fähre fahren und er uns für den Rückweg am Haupttor erwartet. Also rauf aufs Boot – und plötzlich rauf auf nächste Boot. Hm? Richtig, das eine Boot wurde als Wartehalle für das nächste, kleinere genutzt! Durch diese Fahrt sind wir auch im Sommerpalast am Hintereingang angekommen; und auch hier ein absoluter Vorteil. Nach einem ganzen Stück Weg und einem Blick auf die Karte, erschien es uns doch als gute Idee, die Mondförmige Halbinsel nicht zweimal abzulaufen, also haben wir eine weitere Fähre richtig Inselspitze genommen um von dort zurück zum Eingang zu laufen. Diesmal war unser Boot allerdings Drachenförmig!
Highlights des Sommerpalasts sind ein Boot, was komplett aus Marmor „im Hafen liegt“, einige kleinere Pagoden und Paläste, ein Tunnel, der zwar offen ist, aber als längstes Kunstwerk der Welt bekannt ist, da er komplett mit kleinen Bildchen verziert ist. Überhaupt zeigt sich der Sommerpalast sehr Farbenfroh und künstlerisch. Nach diesem Tagesprogramm lagen noch eine Stunde Auto- und zwölf Stunden Zugfahrt vor uns. Nachdem schon im Auto eine schläfrige Ruhe herrschte, konnten wir uns alle auf eine ruhige Zugfahrt freuen. Doch dieser Ruhe wurde ein jähes Ende gesetzt, als wir am Bahnhof ankamen und unser Zug nicht dort abfuhr, wo er sollte, also nicht (mehr) angezeigt wurde! Da man eine halbe Stunde vor Abfahrt im Zug sein muss, bzw einchecken muss, dachten wir schon, wie hätten das verpasst, aber nach einigen kurzen und langen Sprints durch die Mengen (samt kompletten Gepäck!!) haben wir es dann doch noch rechtzeitig geschaft und sind in die Kojen gefallen.
Übrigens, Peking, Zug, Metro, Taxi, Klassenzimmer – non stop!




































