Kong An Jie in der grossen Welt

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Oktoberfest 2006 Shanghai!

Oktoberfest 2006 in Shanghai.

Wie repräsentiert man die eigene Nation am Besten, ausser in allen Stereotypen dieser Welt? Dank dem Paulaner Shanghai hatte ich die Chance einigen Intenationalen Mitsstudierenden das Oktoberfest näher zu bringen. Gesagt, getan, hatte ich das Oktoberfest zunächst nur einigen Deutschen angekündigt und gehofft, dass alles ganz simpel ablaufen würde. Aber mit der Zeit entwickelte sich diese Information zum Selbstläufer und immer mehr Studenten kamen auf mich zu, ob ich die sei, die hier Oktoberfest feiern würde. Schlussendlich hatte ich dann einen Tisch für 15 Personen bestellen müssen und noch etlichen Anfragen eine Absage erteilt, um nicht Gefahr zu laufen, gleich das ganze Paulaner zu mieten. Treffpunkt war Samstag nachmittag in der Lobby unseres Wohnheims.
Wie ja vielleicht einige von euch wissen, bin ich dank Mingerner Unterstützung stolze Besitzerin eines Dirndls, doch dank Air Qatar, hatte ich es nicht aus Deutschland mitbringen können, denn es war zu schwer und stand dann doch nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Aber dank eines netten Arbeitskollegen meines Papas, der dienstlich hierher unterwegs war, wurde es dann doch noch eingeflogen. Mein Dirndl in Shanghai! welches Dirndl kann das schon von sich behaupten?
Ich hatte neben etlichen Amerikaner, Canadiern, Französinnen, Australiern und Östereichern auch eine meiner Chinesischlehrerinnen zum Fest eingeladen. Unter dem Deckmantel der „Kulturellen Veranstaltung“ versteht sich; und zu meiner Überraschung hatte sie zugesagt, allerdings auch ohne Vorwarnung zwei ihrer Freunde mitgebracht. Soweit so gut, alle in Taxis verpackt und den Fahrer die Adresskärtchen gegeben, blieben am Schluss noch Chris und ich übrig. Man muss deutlich machen, dass Chris ein sehr, sehr grosser, sehr sehr blonder Australier ist und ich im Dirndl da stand. Als wir uns ins Taxi setzen und die Adresse noch nicht ganz fertig aufgesagt hatten, fing der Fahrer schon an zu lachen, Trinkbewegungen zu machen und „pijio?!“ (Bier) zu sagen. Der wusste also bescheid! Und hat wahrscheinlich gedacht, er würde DAS deutsche Pärchen schlechthin durch Shanghai fahren.
Nach anfänglichen Organisationsschwierigkeiten dank des unglaublich schlechten Personals des Paulaners (damit will ich jetzt gar nicht erst anfangen, das würde Seiten füllen) haben wir es aber dann doch mit 19 – anstatt 15 – Leuten an eine lange Tafel geschaft.
Da ich tatsächlich vor hatte, vor allem meiner Lehrerin zu liebe, eine kleine historische Einführung zu halten, haben Julia, Lydia und ich uns erstmal zur Schnapsbar bewegt, denn was ist eine Rede ohne Schnaps? Unsere Erungenschaft: eine original Flasche Himbeergeist für 800Yuan (80€...). Also wieder zurück, mit Flasche und 19 kleinen Gläschen und rauf auf die Bank. Jedenfalls wissen jetzt 3 Amerikaner, 5 Deutsche, 2 Canadier, 3 Franzosen, 3 Chinesen, 1 Australier und 1 Östereicher, dass das Oktoberfest 1810 zum ersten Mal als Hochzeit des Prinz Leupold und seiner Prinzessin Theresia gefeiert wurde, in Deutschland, dass 172 Fest stattgefunden hatte, im Schnitt 60.000Hektoliter den Besitzer wechseln und noch etliche Kleinigkeiten mehr. Und vor allem wissen sie jetzt, was deutscher RasberrySchnaps (Himbeerschnaps) ist 
Etwa eine Stunde später hatten wie dann mit unserem vierGänge Menü angefangen (300Yuan für 4 Gänge (Salat, Leberknödlsuppe, 8Paar Würstchen auf Kartoffelbrei und Sauerkraut, Apfelstrudel) und all-you-drink) und zur gleichen Zeit fing auch die Kirchdorfer Musi an. Von nun an wurde es ein ständiges Hin und Her zwischen Tanzfläche und Tisch. Zunächst hatten wir alle ganz brav am Rand der leeren Fläche gestanden, doch dank Jho wurde ich bald dazu auserkoren, mit ihr diese zu eröffnen und von da an wurde es voll.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle unglaublich viel Spass hatten, dass Essen sehr gut war, meine Lehrerin und ihre Freunde sich trotz mehrmaliger Trinkherausforderungen sehr wohl gefühlt hatten und alle mehr oder weniger gut und mehr oder weniger allein wieder heim gefunden hatten – so muss es sein, am Oktoberfest!

Sonntag hingegen war natürlich eher ruhig – allgemeine Katerstimmung. Aber da hilft nur eins, raus! Gesagt getan, denn wir (Julia und ich) wurde zum Fussballspiel eingeladen. Gott, nein! Ich doch nicht selbst! Im Honkou Footballstadion in Shanghai hatte die Shanghaier Mannschaft ihr letztes Spiel der Saison. Da in dieser Mannschaft auch der ehemalig Deutsche Spieler Carsten Janker sein letztes Spiel bestreiten sollte, war das natürlich ein Grund und mit 5€ Eintritt waren wir dabei. Ein herrliches Spiel und noch herrichere Fans – wir haben direkt neben dem Shanghaier Fanblock gesessen! Aber so ging auch dieser Nach-Oktoberfest-Tag zuende.

1 Comments:

Blogger Jen said...

hola guapa,
ich kannes nicht fassen, dass du dein dirndl in shanghai dabei hast, wie unglaublich geil ist das denn?
und chica hast du etwa richtig krass abgenommen? verräter der möppse!!
danke für deine süßne berichte, ich denk an dich, hoffe du hast meine lange mail von der büroadresse bekommen, hasta pronto, shellito

6:29 AM  

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