Kong An Jie in der grossen Welt

Montag, März 12, 2007

Zu Besuch in Shanghai IV - ein Ausflug nach Zhujiajiao - der Wasserstadt



Zu Besuch in Shanghai III


auch den Mönchen des Jade-Budda-Tempels wurde der ganze Frühlingsfest-rummel langsam zuviel.
ein Innenhof des YuYuan
Shanghaier Nachtlichter: hier der Xujiahui
und hier noch einmal die NanjingLu

Zu Besuch in Shanghai II

in die Vodka-Eisbar (in einem Kühlraum stehts aus -18 Grad gehalten kann man jeden Vodka probieren, der irgendwo auf der Welt erhältlich ist) haben wir auch einen Abstecher gemacht
wieder ein Gericht bei dem man von der Tatsache, dass Huhn drin sein soll noch lange nicht auf die Form in der es serviert wird schliessen kann - die Krallen waren dekorativ oben auf gelegt :)
Langnasen am Bund!! das muss für das Familienalbum festgehalten werden. Allerdings nicht für unseres, sondern das Chinesische! Andrea musste übrigens noch ein paar mal mehr in fremde Kameras lächeln.

zum Frühlingsfest ein Drachentanz im Xintiandi. Und das gleich am ersten Tag - so konnte die Woche ja nur noch gut werden.

Zu Besuch in Shanghai I

beim Tee-(ver)händler - und am Schluss haben wir doch gewonnen!
die brühmten Jiaoze im YuYuan - für die wir trotz unglaublicher, fast ausschliesslich Chinesischer, Menschenmassen eine Stunde angestanden haben!
die große NanjingLu
und am Bund waren wir auch!

Tagesausflug nach Hangzhou - dem Konstanz Chinas :)

der Superzug! der auf der Rückfahrt sah dann wieder eher wie der RE7 Kleve-Düsseldorf aus :)

von diesen in Stein gehauenen Figuren soll es um die 300 Stück geben. der Lachende Budda hier sei allerdings der Berühmteste, da möchte ich ihn euch doch nicht vorenthalten
und hier unser Stadtbus:

Besuch im Zoo
















Fütterungszeit... und nochmehr kluger Nachwuchs (ein Bonbon essend)

ein Wochenende in Shanghai

12.3.2007

Hallo ihr lieben,

ein weiteres Wochenende in Shanghai ist vorbei – und ich habe es gut genutzt.

Da ich irgendwann, irgendwo mal erfahren hatte, dass es neben dem Paulaner und auch dem Max und Moritz-Lokal hier noch ein weiteres deutsches Restaurant geben muss, was zu dem Freitags noch „all you can eat“-Schnitzel und Kartoffelsalat anbietet – habe ich da kurzerhand mal angerufen und einen Tisch bestellt. Wie sich dann so im Laufe der Woche und des Freitags herauskristalisierte, sollte wir eine kleine Runde von vier Personen werden. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten, denn es gibt zwei Lokale, mit fast gleichem Namen, aber unglaublich weit auseinander, haben Charlotte, Ji, Lydia und ich uns dann im gut versteckten „Papa’s Bierstube“ nieder gelassen und uns von der Wirtin erklären lassen, dass der Schnitzelrekord bei 14 (!!) läge und wir den zu brechen hätten (!!!). Auf die Frage, ob wir als Tisch auch als eine Person essen dürften, hat sie leider nur mit einem Lachen geantwortet. Nichts desto trotz haben wir alle hart daran gearbeitet, dann doch wenigstens den eigenen Rekord, insofern je einer von uns einen hatte, aufzustellen. Und mit Hilfe von motivierenden Worten der Wirtin und einem guten Jägermeister haben wir es dann auch alle auf 3 ½ unglaublich grosser Schnitzel geschafft. (Charlotte, die kleine Kämpferin, hat es auf ganze 4 geschafft!)

Am Sonntag morgen war dann schon wieder Essen angesagt, ich wurde in eine französische Runde zum Brunch eingeladen. Nachdem wir zwei Stunden gemütlich geplauscht und geknabbert hatten, war ich auch schon mit Lydia verabredet – wir wollten endlich das Propaganda Poster Art Museum suchen und besuchen. Schon im Reiseführer stand, dass es nur sehr schwierig zu finden sei. Und tatsächlich entdeckten wir es dann nach Fragen und Suchen in einer Wohnsiedlung in einem Keller. Chronologisch geordnet und mit historischer Hintergrundserklärung wurden dort einige dutzend bunte und kreative Propaganda Poster ausgestellt. Im Anschliessenden Shop hätte man auch welche kaufen können. Von 60€ bis 180€ war alles dabei. Sogar original Kulturrevolutionsbücher mit Liedtexten und Sprüchen in Englisch oder Revolutionsschalplatten waren zu erstehen! Die Bücher waren wohl zum Englisch lernen gedacht, denn darin befanden sich unter anderem Lückentexte wie: „Chairman Mao is... - (Eintrag:) the best Leader China ever has and ever will have!“ ausserdem konnten wir lernen, dass e eigentlich Mao war, der Marx und Lenins Gedanken erst richtig kultiviert und auf den früchtereichen Höhepunkt gebracht hat! Leider waren Fotos nicht erlaubt, aber wenn ihr möchtet, schaut doch mal auf www.shanghaipropagandaart.com. Ich versuche in der Zwischenzeit ein paar Postkarten einscannen zu lassen.

Ausserdem habe ich mich heute mal wieder ins Fitnessstudio bewegt und mal was Neues ausprobiert. In diesem Fall war das der sogenannte „Pumpsculp“-kurs unter der Leitung des chinesischen Fitnesstrainers, der sich selbst den schönen, englischen Namen Handsome (Schönling) gegeben hat. Es war in jedem Fall ein Highlight. Das Training mit Hanteln usw. wurde nicht nach Einheiten oder gar Zeitsystem gehandhabt, sondern schlicht und ergreifend nach den Liedern und ihrer Länge. Nach ungefähr einer Viertel Stunde fing Handsome an, hin und wieder Lieder mitzusingen, bis er am Ende sogar in voller Begeisterung ganze Trance-Stücke mitsang – ohne Text! J

Mittwoch, März 07, 2007

Nach ihrer Abreise hab ich mich dann erstmal wieder in den Bus gesetzt und als erstes meinen geliebten Muslim Nudelstand angestrebt. Denn wo die Nudelsuppe ist, ist auch ein Weg! Da ich jetzt noch eine Woche Freitzeit vor mir hatte und nur noch recht wenig von der Stadt zum besichtigen übrig ;) habe ich mich am Montag dann mit Lydia auf den Weg in den Zoo gemacht in dem es in manchen Gehegen erstaunlich leer war. Unsere Theorie ist soweit, dass nach den Millionen von Menschen, die während ihrer Frühlingsferien durch Shanghai und so auch dem Zoo geströmt sind, etliche Tierchen schlicht und ergreifend aus Entnervung oder Stress die Füße, Krallen, Pfoten, Flossen.... Hochgesteckt haben. Zum Glück ist ja aber Frühling und so konnten wir etlichen Nachwuchs beobachten. So kuschelte die Klapperschlange mit ihren Kleinen, Babyäffchen wurden von Chinesen mit Bonbons beworfen (sie habe die übrigens schneller aufgehabt, als die Chinesenkinder!) und ein kleiner Elefant übte mit seinem Rüsselchen Äpfel aufzuheben. Alles in allem ein gemütlich Nachmittag.
Am Mittwoch sind wir dann zusammen nach Hangzhou gefahren - einem kleineren Ort vor Shanghai, der wie Konstanz an einem riesigen See liegt. Mit einem schicken neuen Schnellzug waren wir schon in ein einhalf Stunden da und konnten uns mit dem Bus auf den Weg zum SinpinTempel machen, der dafür bekannt ist, dass in dem umliegenden Park ungefähr 300 Budda- und Tempelfiguren in die Felsen geschlagen sind. Den Rückweg in die Stadtmitte setzten wir dann in einem rustikalen Holzbus an und spazierten den Rest des Tages am See entlang (leider wurde da das Wetter schon schlechter). In jedem Fall muss ich Anja recht geben, dass man sich durchaus vorstellen kann in diesem Ort zu leben und zu studieren.
Am Donnerstag hieß es dann wieder Schlange stehen, denn wir mussten uns an der Uni zurück melden und einen neuen Stempel ins rote Parteibuch abholen, damit wir dann am Montag wieder ins neue Semester starten können. Samstag war ich noch bei Katy (die kleine Schwedin) zum Geburtstag eingeladen und es gab jede Menge Kuchen und Plätzchen - alle nach schwedischem oder englischem Hausrezept - ich denke, da werde ich mich öfter noch mal einladen J
Montag ging es wie gesagt wieder los mit dem Chinesischlernen - die Klassen wurden neu gemischt und so habe ich in meiner neuen Gruppe (C1) ganz viele Leute, deren Namen ich leider weder in Chinesisch noch in der jeweiligen Landessprache aussprechen kann - aber das wird schon. Zwei alte Klassenmitglieder haben es auch in diesen Kurs geschafft und die Restlichen sind ja auch nur über den Flur. Zum Glück bin ich mit Charlotte zusammen in dieser Klasse - sie ist Deutsch-Französin und wir kannten uns schon letztes Semester.

Zum Schluss noch eine Anmerkung - da ich vor einigen Tagen einen brennenden Topf vom Gasherd in der Flurküche geholt habe - nicht mein Topf! Aber die Küche ist direkt neben meinem Zimmer, die Gasleitungen neben meinem Bett - und ich den Rauch in der Dusche bemerkt habe und im Handtuch auf den Flur gesprungen bin!, versuche ich in den nächsten Tagen mein Zimmer zu wechseln - nicht neben eine Küche! Es kann also sein, dass ich dann eine neuen Festnetznummer habe - die werde ich dann bekannt geben.

Besuch

Hallo ihr lieben,
Nein, es war kein Gerücht! Es wurde lange laut und ausgiebig und viel geböllert - und jetzt, einige Tage später kann ich auch sagen, dass es immer noch kein Ende hat. Nur 3 Tage später, als meine Familie auch schon hier war, legten alle noch mal aufs Neue los. Denn angeblich kommt zu dem, der das schönste und lauteste Feuerwerk in dieser zweiten Nacht veranstaltet irgendein Schutzgeist ins Haus... Nun ja, und seit dem werden bis jetzt immer noch irgendwo „Restbestände“ verballert.
Wie eben erwähnt kamen am 18. Februar noch 3 weitere körmersche Langnasen eingeflogen. Soweit ich gehört habe nach einem ganz guten Flug und einer Maglev-Bahn-Fahrt (408km/h) später habe ich sie dann an der Endstation eingesammelt und mit dem Taxi zum Hotel gebracht. Was vielleicht die etwas falsche Reihenfolge war, denn nachdem Andrea die Kuschelbetten im Zimmer gesehen und Probegelegen hatte, sind wir einmal quer über den Campus gewandert, um zu meinem Wohnheim zu kommen, in dem Andrea dann auch mal wohnen durfte - ich denke, trotz Holzbrettbett und mangelnder Badheizung hat sie es aber doch ganz gut überlegt. Eine Woche lang sind wir also dann zusammen durch Shanghai gestromert - Drachenfest, Teetrinken, Marktschländern und Cocktail am Bund eingeschlossen. Etliche Tempel und Parks wurden besichtigt und einen Tagesausflug ins wunderschöne Wasserdorf Zhujiajiao haben wir auch gemacht. Neben den üblichen Gerichten (Nudelsuppe beim Muslim, Koreanisches Grillen ...) sind wir auch in den Genuss von Kröte und Höhnerfüsschen gekommen - zugegebenermaßen mehr zufällig als gewollt. Im Anhang sind noch ein paar Fotos - damit ihr Euch auch ein bisschen mit auf die Reise durch Shanghai machen könnt. Beim Spaziergang über den Bund wurde Andrea übrigens mehrfach wegen ihrer Größe und hellen Haare angehalten - zum Fotoshooting!

Zurück in Shanghai

Mein Urlaub in Deutschland ist beendet und ich habe meine 150 Tage Rest-Shanghai „angetreten“. Erholt und motiviert und beladen mit allerlei Leckereien im Gepäck habe ich meinen Rückflug recht gut überstanden – und auch am Shanghaier Flughafen ging alles gut vorwärts. Mit einem „landestypischen“ Bus ging es dann zurück Richtung Wohnheim und schon unterwegs fiel uns auf, wie „leer“ die Stadt wirkte. Denn das Chinesische Neujahrsfest stand ja bevor. Also schnell noch 2 Stunden in den Supermarkt und typisch deutsch, allerdings stehen uns die Shanghai da in nichts nach, schnell ein paar Hamstereinkäufe erledigt. Denn wer weiss, wie lange hier alles zu hat.
Gleich an diesem Abend wurde eine Punkband angekündigt und wenn so was schon mal ist – nichts wie hin. Alles fing auch prima an – wir wurde von einem 4 Sterne Taxifahrer hingebracht – was uns allen noch nie passiert ist, weil die so was von selten sind – eher keinen oder nur einen Stern. Dann wurde uns gleich am Eingang erklärt, es gebe bis zehn Uhr Freibier – da muss ich wohl weiter nichts zu sagen J leider war die Band alles andere, als das, was zumindest ich mir unter der Beschreibung vorgestellt hatte. Auf die Bühne kamen ein paar Brittpopper, die dann auch noch Poprock spielten. Aber na gut, man kann nicht alles haben. Dank Jet-Leg wurde dann die Nacht auch allein im Zimmer recht lang, es wollte eben einfach keine Müdigkeit aufkommen.
Heute ist ja dann das Chinesische Frühlingsfest, quasi China-Sylvester. Seit dem späten Nachmittag sitze ich hier in einem stetig ansteigenden Lärmpegel aus Böllerexplosionen und Raketenzischen – und eben war der absolute Höhepunkt, dass mir immer noch die Ohren klingeln. Zwischen den ganzen Hochhäusern scheppern diese kleinen und großen Granaten ganz ordentlich. Ich hoffe, dass es nur ein Gerücht ist, dass die die ganze Nacht durch böllern um das neue Jahr ordentlich zu begrüßen...