Kong An Jie in der grossen Welt

Montag, Juli 09, 2007

Letzte Grüße

Es ist Fünf Uhr morgens und ich sitze in Doha, Qatar am Flughafen. Ziemlich genau am selben Tisch, an dem ich vor 10 Monaten sass und gespannt meinem Flieger ins ferne Shanghai entgegenfieberte. Diese Zeit geht nun zu Ende. Viele spannende, aufregende und großartige Eindrücke konnte ich sammeln und mit vielen lieben Menschen teilen. Ich freue mich schon darauf, all die kleinen und großen Shanghaier Geschichten, die ihr schon hier mitlesen und -erleben konntet, nocheinmal zu lesen, durchleben und in "live und Farbe" zu berichten.

Shanghai, Zaitian!! Kong An Jie

letzte Woche

Die letzte Woche war, wie fast zu erwarten hektisch, voll, großartig, intensiv... und vor allem wurde sie mit vielen lieben Menschen verbracht!
Neben einigen anderen Abschiedsfeten, Far well vom Bund, Pizza essen und lecker Sichuan Küche mit den "Hamburgern" auch noch ein bisschen Feiern.
Hier noch ein paar Bilder von "meinem Abschied" - Danke, ihr Lieben, für soviel Spass!






Donnerstag, Juli 05, 2007

Sonnenschutz auf Chinesisch


Qingdao Bilder III

Qingdao - das ist...


... Strände...



...Bier in Tüten...



... leckers Essen...



... die Brauerei.

Qingdao Bilder II



Die kleine Marktgasse,



fast wie in Deutschland...



Das Qingdaoer Wahrzeichen




Hinter uns das Meer - und trotz schlechtem Wetter Spaß!

Mittwoch, Juli 04, 2007

Eindrücke aus Shanghai

Gestern präsentierte sich mein Shanghai mitten in der Regenzeit in schönstem Sonnenschein und Temperaturen um die 27 Grad. Diese Regenzeit wird übrigens liebevoll „Pflaumenregenzeit“ genannt. Nicht etwa, weil das Klima besonders günstig für das züchten von Früchten wäre, sondern weil die Regentropfen so groß und heftig fallen, dass man ohne Schirm keine Chance hat - und Straßen innerhalb von Minuten überschwemmt werden. Dafür trocknet aber auch alles dank der Temperaturen hinterher genauso schnell. Denn nur weil es regnet, kühlt Shanghai sich noch lange nicht ab.
Ich nutze den Tag um noch einmal Katy zu besuchen und mich zu verabschieden und auch mein Zimmer weiter auszumisten und auszuräumen. Wirklich faszinierend, was man in nicht mal einem Jahr alles so sammeln kann. Außerdem frag ich mich immer noch, wann und vor allem ob ich den Kartoffelbreistampfer, den Apfelschneider oder den Schneebesen je benutzt habe…
Abends habe ich Charlotte zu einem Essen mit ihrem Englischschülern aus dem letzten Semester begleitet. Sie hatten sie (oder uns) zu einem berühmten kantonesischen Restaurant eingeladen. Wir wollten uns am Tor ihrer Uni, der Sportuniversität Shanghais treffen und weil wir zu früh waren (was man bei einem Treffen mit Chinesen eigentlich immer ist) konnte Charlotte mir noch ein bisschen den Kampus der 50 Jahre alten Uni zeigen. Das Verwaltungsgebäude präsentierte sich im klassischen, chinesischen Stil mit Holzschnitzereien und Bemalungen sowie den typischen Steindrachen an den Dächern. 2 Milliarden RMB habe man dafür investiert, wurde mir dann später von einem der Sportstudenten erklärt. Während unseres Spaziergangs ertönte auf einmal Marschmusik und neugierig, wie wir nun mal sind, sind wir dieser gefolgt. Zu eben dieser Marschmusik sahen wir dann ca. 1000 Studenten in Militäruniform auf dem Sportplatz aufmarschieren, die Fahnen schwenken und Übungen an der Waffe zeigend. Während die Mädchen vor allem Runde um Runde marschierten, blickten uns ein paar hundert uniformierte Chinesen mit Waffe in der Hand (wir haben arge Zweifel, dass das Attrappen waren) entgegen und stießen mit lautem Schrei in Reih` und Glied nach vorne.
So also wird die chinesische Armee ausgebildet. Jeder neue Student, „Ersti“ muss zu beginn seines Studiums einen Monat Militärtraining mitmachen. Das wir dabei, der Temperaturen wegen, schon im stehen schwitzten, sei Teil der Ausbildung. Denn wer bei 30 Grad im Schatten patroulieren kann, der kann das immer!

Montag, Juli 02, 2007

Hanzhou die Dritte!

Es wirkt ein bisschen wie (Shanghai-)Torschlusspanik. Aber auch an diesem Freitag habe ich meinen Wanderrucksack mit ins Büro geschleppt. Denn abends sollte es mit sieben weiteren Mitfahrern nach Hangzhou gehen – ja, da war ich schon mal. Aber es ist sooo schön dort. Nach zwei Stunden Zugfahrt ging es in unsere alt bekannte Jugendherberge und man begrüßte uns herzlich - schließlich hatten wir versprochen wieder zu kommen und dann auch noch mit acht Personen. Da vor allem bei Anja und mir für diesen Ausflug in der Planung ganz groß „Nichts machen“ stand, war es aber auch ganz gut, dass wir ein paar mehr waren. So haben sich ein paar Hochmotivierte Räder ausgeliehen um, soweit es eben ging, um den See zu radeln oder sind in die Berge, bei 30 Grad im Schatten Wandern gegangen. Der „Rest“ machte ich (übrigens an beiden Tagen) mit Buch und Hamburg-Kartenspiel auf dem Weg zum Starbucks unseres Vertrauens am See. Und so ließen sich schon ganz gemütlich 2-3-5 Stunden in der Sonne verbringen. Abends ging es dann gemeinsam zum Inder – ein Restaurant, dass Charlotte, Anja und ich schon bei unserem letzten Besuch entdeckt hatten. Eine leckere Flasche Weißwein im Gepäck (Danke Stefan) ging es danach noch ein bisschen an den beleuchteten See – von Mücken angeknabbert werden.

Qingdao Teil II

Als uns das Wetter am nächsten Tag immer noch nicht besser gesonnen war, wurden wir mit Regenschirmen im Gepäck und FlipFlops an den Füssen – da fliesst dass Wasser schneller ab – von Moritz abgeholt, unserem „Einheimischer“ und „Tourguide“, abgeholt. Unser Weg führte zuerst eine kleine Marktgasse herunter, in denen Neben Gemüse und Obst auch kleine definier- und undefinierbaren Snacks verkauft wurden. Auch lebende Meerestierchen, Skorpione und Geflügel hätte man sich einpacken können. Und so gab es am ersten Tag „undefinierbar aber fitiert und davon bitte 300Gramm“ auf die Hand.
Weiter ging es zum Wahrzeichen bzw. dem Touristenspot Qingdaos: dem Pier Zhan Qiao. Wer je eine Flasche Qingdao in der Hand hatte, kennt diesen kleinen Pier mit dem Pavillion am Ende. Auch hier, dank Regen eher wenige Touristen aber trotzdem recht viele Händler, bei denen man kleine Schildkröten (lebend) oder Muschelketten (wahrscheinlich nicht lebend) kaufen konnte.

Nach kurzer Verhandlung mit einem Taxifahrer konnten wir zusammen, zu fünft, zu einem der Aussichtsplattformen Qingdaos fahren. Diese bestand aus drei roten Kugeln auf einem Hügel, wovon eine von innen zu Begehen war. Diese drehte sich dann auch noch, so dass wir gut auf Holzhöckerchen platziert einmal rund über Qingdao blicken konnten. Leider konnten wir, dank des Wetters nicht all zu weit blicken, aber was ein echter Shanghaier ist, kennt es ja nicht anders :)! Was wir aber sehen konnten, waren die roten Ziegeldächer zwischen den vielen Baumkronen - ein Bild, das der Stadt den Namen „Schweiz in China“ eingebracht hat. Von 1897 bis 1914 stand Qingdao unter deutscher Herrschaft, was man dem Stadtbild teilweise eben auch heute noch ansieht. Neben einer katholischen Kirche, roten Ziegeldächern und dem Abwasser-System gehört auch die berühmte Tsingtao-Brauerei zu den Relikten dieser Zeit. Das Tsingtao ursprünglich in deutscher Hand war, ist allerdings den wenigsten Chinesen bekannt – uns aber nicht. Also ging es am Sonntag Nachmittag mit dem Bus direkt vor die Tore der altehrwürdigen Brauerei und ab ins Biermuseum. Es gibt zwar Museen, die sicherlich liebevoller gestaltet wurden, aber das Verteilen von „Pröbchen“ und Abschiedsgeschenken (echten Tsingtao-Gläsern) stimmte uns dann doch recht fröhlich. Ein absolutes Highlight war eine kleine Hütte am Ende der Ausstellung, die so konzipiert war dass der Boden schräg die Decke und Wände aber gerade sind. So können Augen, wegen Ermangelung eines einheitlichen Horizontes, das ganze nicht mehr mit dem Gleichgewichtssinn über ein bringen. Der Effekt - man fühlt sich betrunken! Und zwar nüchtern – und das ganz ordentlich! Vor vier Uhr nachmittags.
Samstag Abend wurden wir von Moritz und seiner Mitbewohnerin Tina, die mir sehr zur Freude auch gern scharf isst, in ein großartiges Qingdaoer Lokal entführt und hinterher gleich in die Karaoke-Bar. Zu der wir es übrigens geschafft haben, ohne im örtlichen Baby-face zu landen :D.

Und wer in Qingdao ist, der muss auch den Strand gesehen haben. Dies sollte das erste Ziel für uns am Sonntag sein. Im schönen Stadtteil Badaguan (ehemals deutsch) gab es einen von 6 Bädestränden. Nachdem das Wetter immer noch nicht das Optimum aber immerhin keinen Regen mehr hervorbrachte, hatten wir auch wieder unsere Schirme im Gepäck. Nun ist es so, dass Chinesen und vor allem Chinesinnen ein wenig Angst haben, Farbe zu bekommen, denn „blass sein“ ist hier ein Schönheitsideal (welches ich ganz gut erfülle ;) ) und es gibt auch kaum eine Crème in der kein „whitening“ oder andere Bleiche mit beigefügt wurde. So sieht man also nicht nur bei kleinsten Regentropfen überall Schirme sondern auch im Sommer - als Schutz. Und als dann doch einige vorsichtige Sonnenstrahlen die Wolkendecke durchbrachen, waren natürlich auch wir ganz schnell dabei unsere Schirme umzufunktionieren. (siehe Bild)
Ein leckeres maritimes Abendessen mit weiterer Bierverkostung später wurde es dann auch langsam Zeit unsere Köfferchen und Rucksäcke zu packen und Richtung Flughafen zu fahren. Unser Taxifahrer unterließ es auch nicht, uns seine Künste auf allen Ebenen zu präsentieren. So heizte er trotz Sichtweite unter 20 Metern sportlichh über die Autobahn und hielt ebenfalls um dieser, um in Formel-1-fähigem Tempo den geplatzten Reifen zu wechseln. Trotz der kleinen Pause erreichten wir den Flughafen rechtzeitig um zu erfahren, dass unser Flug um mindestens 50 Minuten verschoben würde. Um 1 Uhr morgens kamen wir dann endlich im schwül-warmen Shanghai an und ich konnte um 3 dann endlich in mein Wohnheimsbettchen fallen.

Wer sich jetzt übrigens fragt, warum die Stadt nun Qingdao und das Bier Tsingtao heisst - der trinke davon doch bitte mal 2 oder 3 Tüten und versuche es dann nochmal klar auszusprechen.
Nein - es ist einfach die alte Deutsch Lateinumschrift.