Kong An Jie in der grossen Welt

Montag, September 18, 2006

wochenende

hallo,
da ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe, fasse ich schnell mal ein bischen was zusammen.
Ich bin nicht, wie geplant dieses Wochenende nach Beijing gefahren sondern werde aller Wahrscheinlichkeit nach nächstes We in den Zug steigen. Aber es ist immer noch fest in Planung.
Da nun unsere erste sehr anstrengene Woche unterricht hinter uns lag und ich ja da geblieben sind, haben wir uns auf den Weg zur International Students Welcome Party gemacht, die uns zwar schon von Anfang an etwas suspekt war (weil beerdrinking contests und price for drunkest person angekündigt war) aber in der Hoffnung neue Leute kennen zu lernen haben wir uns mal fertig gemacht - nach guter deutscher Manier. Kaum in dem Laden angekommen, durften wir feststellen, dass wir mit einem schickeren Shirt und Jeans nahezu overdressed waren. offensichtlich hätten auch Shorts und Shirt vollkommen gereicht. Aber gut. Schon am Eingang erkannte man, dass es sich hier um eine chinesische Party handelt, denn es waren für die Tickets 2 Personen eingestellt, 2Meter weiter wurde es dir wieder abgenommen, damit du von einer vierten Person einen ROTEN Stempel bekommst. Natürlich rot. Ohne roten Stempel ist ja hier nichts möglich.
Die Location war der absolute Hammer. Ich glaube, der Laden steht da schon seit der Gründung (1949) der Volksrepublik. Wahrscheinlich früher mal eine Tanzschule, denn es gab eine Holztanzfläche in der Mitte, die die ganze Zeit geschwungen ist, wenn die Leute getanzt haben... und aussen herum gold-rote Möbel aus den 50ern und überall blinde, zersprungene Spiegel an den Säulen.
an der Bar wieder ein typisch Chinesisches System. Einige personen, denen du erzählt hast, was du möchtest, die das dann mit Blaupause-papier aufgschreiben und an einen der 6 "Barkeeper" weitergereicht hat. Diese hatten den Namen allerdings nicht verdient, denn sie wussten ganz offensichtlich nicht mal, was in den Flaschen drin ist, sie haben sie jedesmal angestarrt, als wenn es "chinesisch" ;) wäre. So habe ich dann auch einen Tequila Sunrise mit Vodka bekommen....???
Ansonsten war es aber ganz nett und man hat ein paar mehr Leute getroffen bzw ist mit ihnen ins Gespräch gekommen.
Oh... ich sehe gerade, dass ich mich fertig machen muss, ich bin nämlich verabredet. Zum Thai Chi Kurs!

Dienstag, September 12, 2006

wieder Ersti

ich bin wieder Ersti, Idözken, Pimpf, blutiger Anfänger - wie auch immer ihr es nennen wollt. Tatsache ist, gestern hat der Unterricht angefangen und ich habe meine ca 20 Leute große Klasse kennengelernt. Sie besteht zu 2/3 aus Amerikanern, die wiederum zur Hälfte eine Soldatenkette um den Hals und einen Highschool Ring am Finger tragen - leider ist genau diese Hälfte nicht all zu sympathisch. Aber gut, auch sie werden irgenwann keinen Sprachvorsprung mehr haben, schliesslich sind sie ja auch bei den Anfängern. Ausserdem habe ich auch einen netten New Yorker, einen New Jersey'er und einen Norweger kennen gelernt, die wiederum echt nett sind. Zu meiner großen Überaschung ist auch ein 13jähriges Mädchen aus Schweden im Kurs, deren Vater an der Uni Physik unterrichtet. Ich bewundere sie sehr, auch wenn ihr im Grunde ja nichts anderes übrig bleibt.
Bis dato haben wir schon drei unserer vier Laoshi's, Lehrern, kennen gelernt, alles drei sehr nette, junge Frauen, die sich im Moment bemühen, uns die richtige Aussprache beizubringen. Aussprache und einige Grundvokabeln, Zeichen und Strichreihenfolgen werden in den ersten beiden Wochen unser Programm sein. Für diese Zeit haben wir ein Buch mit 95 Seiten A4 - 6 Kapitel. Ihr könnt Euch also vorstellen, was für ein Tempo wir drauf haben. Im Moment kenne ich die Zeichen für 1-10 sowie einige Grundsätze und 12 weitere Wortzeichen bzw. 15 der 30 Grundstriche. Puh!
Das mit der Lernzeit ist schon etwas anderes hier. gestern habe ich 6 Stunden Untericht gehabt und 4 weitere gelernt. Heute waren es insgesammt schon 6 aber es kommt noch ein bischen.
Übrigens regnet es seit 2 Tagen ununterbrochen, da geht das Sitzen am Schreibtisch leichter.
Heute abend werde ich mich mit einem Mädel hier treffen und wir schmeissen unsere Töpfe zusammen und kochen Nudeln mit Tomatensosse - das erste mal Kochen seit 1 1/2 Wochen! Ich freu mich drauf!

Montag, September 11, 2006

kultur, kultur und geduld

Kultur, Kultur!

Ihr Lieben, heute haben wir uns gesagt, dass Kultur sein muss, also haben alle ihr Metro geschnappt und sich aufs Rad geschwungen und sind zum Longhua Tempel gefahren. Laut Reiseführer einer der schönsten und größten der Stadt und vermutlich im 3. Jhdt n. Chr. gegründet. Leider im Kommunismus bzw. während der Kulturrevolution im letzten Jahrhundert stark beschäftigt worden, was sich vor allem auf zahlreiche Statuen bezieht, dafür aber jetzt wieder von ca 80 Mönchen bewohnt, übrigens Männer und Frauen und alle mit Handy! Mit 10Yuan Eintritt, also 1€ durfte man das große Tor betreten, und obwohl der Tempel mitten in der Stadt liegt hört man von Außen fast nichts – absolut entspannend. Innerhalb des Tempels fanden sich natürlich auch andere Touries wieder aber vor allem Gläubige drehten ihre Runden durch die einzelnen Gebäude und hinterließen Geld, Essen und Gebete. Ich bzw. wir dagegen haben alles mit Kameras bewaffnet bestaunt. Unglaubliche Mengen an goldenen Statuen in allen Größen waren aufgereiht. Überall roch es nach Räucherstäbchen. Gegen Mittag gab es das Angebot quasi mit den Mönchen Mittag zu essen, was da hieß sich für 80cent eine Nudelsuppe mit Tofu und verschiedenen Pilzen zu bestellen. Sehr, sehr lecker und sehr, sehr viel!
Nachdem wir auch die kleine Parkanlage mit den Schildkröten angeschaut hatten, war der Plan zum Märtyeredenkmal in der Nähe weiter zu ziehen. Dabei handelt es sich um eine riiiiesen künstlich und dementsprechend gepflegten Park mit verschiedenen Skulpturen und einem Mausoleum in Gedenken an die Opfer des Massakers von 1927, in dem die Kommunisten von „ich weiß nicht mehr wem“ niedergeschlagen wurden. Ziemlich brachial und nicht all zu schön. Aber bis 1995 seien noch namenhafte Opfer (Künstler, Literaten...) dorthin überführt worden.
Außerdem konnten Julia und ich live die Tierliebe der Shanghaier miterleben, als die Wachpolizisten wie wild mit einer Zeitung eine kleine Babykatze verjagten – eine ganz kleineeee! (Foto folgt). Am Schluss des Tages stand noch der Besuch einer Kathedrale mitten in einer Einkaufspassage auf dem Programm. Niedlich war sie, und in jeder Reihe ein riesiger Flatscrene, damit man auch ja alles gut verfolgen konnte. Wenn man sich vorstellt, dass diese Kirche mal zwischen all den kleinen Hütten hervor geragt hat – jetzt verschwindet sie in einem Lichter und Reklamemeer und ist umringt von 6 Kaufhäusern die jeweils 3mal so groß sind wir Karstadt oder ähnliches.
Natürlich haben wir uns auch das nicht entgehen lassen – wenn wir schon mal mitten drin stehen. Und nach einem, für hiesige Verhältnisse relativ teurem Starbucks Kaffee ist jeder seiner Shopping-wege gezogen. Und ich kann euch sagen, die Klamotten sind der Wahnsinn!! Aber leider auch die Größen.... das Grösste, was ich in den Häusern entdeckt habe, ist 40, was aber etwas kleiner ausfällt und außerdem der Schulterbreite der Chinesinnen angepasst ist – man fühlt sich in den schönsten Kleidern wie der Hulk! Dafür gibt es Schuhe, Schuhe, Schuhe! In allen Farben, Formen, Größen, Preisen! Meine Welt 
Nach ca 2 Stunden war ich aber auch völlig fertig – völlig reizüberflutet. Wie diese Ecke gibt es noch einige Strassen, die einen echt stark an New York erinnern, mit ihrem Lichterglanz.

Am Samstag haben wir uns überlegt, das Uni-interne Schwimmbad mal auszuprobieren. Als wir dort ankamen sah es aber leider so aus, als sei es die letzten 3 Jahre schon geschlossen . aber Lydia hatte den Einfall, doch mal im „Crown Plaza“, dem Uni-internen 4Sterne Hotel nach zu fragen, ob sie ein öffentlich zugängliches Schwimmbad hätten. Das Ergebnis dessen war ein Luxusbad der Extraklasse! Eigener Bademantel und Schläppchen zur Begrüssung, großer Beautibereich, Dampfbad, Wirlpool, Pool und alles eben mit edel look und für etwa 20 Leute. Zudem wäre im Preis ein Fitnessstudio der aller besten Art eingeschlossen, sprich mit Fernsehern an den Geräten und Service am Platz usw. der Preis für all das, auch wenn man den ganzen Tag dort bleiben würde – 80yuan (8€)!!! Und das haben wir uns gegönnt!
Mit der Entspannung war er am Sonntag allerdings dann ganz schnell vorbei, als es darum ging, nach der Begrüssung und der Klasseneinteilung meine physical Examination überprüfen zu lassen. Nach etlichem Hick Hack und hin und her hatte ich das grosse Glück, dank einem Netten Chinesen auch ohne Mangelnder Wartenummer noch am gleichen Tag dran zu kommen und zwar nach 2 Stunden warten und bangen, da ich keine Ahnung hatte, ob es klappt und dann habe ich das heissersehnte Formular doch noch bekommen – das Allerletzte! Hinter mir standen noch ca weitere50 Wartende. Und ich hatte das Letzte!! Denn ich stand ca 5 Plätze hinter demjenigen mit der letzten vergebene Wartenummer! Alles in allem habe ich 4 Stunden damit verbracht meine deutsche Untersuchung nicht anerkannt zu bekommen (1min), mir Blut abnehmen zu lassen (2min) und mich eegen, ekgen, röntgen, sehtesten, farbtesten und abtasten (8min) zu lassen! Letzteres fand übrigens alles auf kleinstem Raum in einem umgebauten Bus statt. Der Hammer! 4 Stunden.... aber ich habe es geschaft!

Sonntag, September 10, 2006

hallo, leider bekomme ich das mit den bildern gerade nicht so gut hin - denn sie sind beim kleiner machen total unansehlich. aber ich kümmere mich drum.

jetzt ist es schon gut eine Woche her, dass ich angekommen bin und seit dem hat sich viel getan. Innerhalb der paar Tage hat sich hier eine kleine Gruppe herauskristalisiert und mit dreien davon habe ich ein bischen mehr zu tun. Wir klappern hier sozusagen alles zusammen ab.

damit ihr dann wisst von wem ich rede von links nach rechts: Martina, Boris, Julia (Ulm, Frankfurt Ulm)
ich versuche mich mal darin, die letzten Tage zusammen zu fassen: Nach der Anmeldung am Montag habe ich noch ein wenig die Umgebung erkundet und festgestellt, dass überall Baustellen sind, aber schliesslich bin ich ja in Shanghai, der grössten Baustelle der Welt. Dienstag hies es dann zum ersten Mal Frühstück á la China – und wir sind um 7 uhr morgens in die Mensa getappert um Bisquitt-Schnitten und „Dumplings“, eine Art mit Fleisch oder Gemüse gefüllter Dampf-Hefe-Knödel“ zu probieren. Ausserdem bin ich seit Dienstag stolze Besitzerin eines rosaaaa Fahrrades. Bei den Entfernungen hier geht es ohne gar nicht. Allein der Campus ist ein kleines Dorf. Allerdings musste ich auch gleich 3 dicke Schlösser dazu holen, da hier die Verlustrate sehr hoch sei – wir wollen das Beste hoffen. Was chinesische Wertarbeit bedeutet, zeigte sich schon am nächsten Morgen, da es geregnet hatte. Mein Rad hatte schon die ersten Rostflecken – nach einer Nacht!!! Aber rosa ist es immer noch – bei Gelegenheit fotografier ich es mal. Mittwoch morgen sollte auch der Einstufungstest stattfinden, zu dem die A-ler ja nicht hin mussten. Allerdings hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass wir doch da sein müssten, also hat sich unsere kleine Gruppe auf ihre kleinen Räder (den Chinesen angepasst) geworfen und ist losgestrampelt. Natürlich umsonst. Den restlichen Tag haben wir dann damit verbracht durch verzäunte Neureichen-Neubaugebiete (siehe Foto oben) zu marschieren um zum Carfoure-Supermarkt zu gelangen. Dieser ist nämlich bekannt für sein unglaubliches, internationales Angebot. Und so war es dann auch. Von Panthene über Nutella hin zu Seitenbacher Müsli wäre alles zu haben. Nächste Station an diesem Tag war mein Deko-Tempel – Ikeaaa! Leider taten alles schon so sehr die Füsse weh, dass der weg direkt an den Ausstellungsräumen vorbei ging. So mit Stoffen, Deko, Essen etc beladen gings dann zurück. – Übrigens ist das Metro fahren hier auch sehr lustig. Da zählen nur die Ellenbogen und kein Mitleid!
Donnerstag war dann mal Zeit, was für mich zu unternehmen. Also habe ich mich in die Bahn gesetzt und bin zum Wahrzeichen Shanghais gefahren, dem Oriental Pearl TV-Tower und dem JinMao-Gebäude.
Der Fernsehturm mit seinen knapp 300 Stockwerken war der absolute Wahnsinn auch wenn Eintrittstor und Preise (7€) ganz schön an Disneyland erinnern. Aber natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen da mal hoch zu fahren, schliesslich hat auch das Wetter mit gespielt.

der WAHNSINN! Eine solch riesige Stadt! Endlose Häuser!
Am Ufer entlang bin ich dann bis zur Fähre gelaufen, die mich über den Huangpu River zum Bekannten Bund gebracht hat. Und zum Abschluss gab es eine heisse Nudelsuppe mit viel viel Gemüse und dieses Panorama:

Samstag, September 09, 2006

1ter Tag

Hallo,
also, heute war der erste Tag in Shangai und er hat mich gnadenlos fertig gemacht. Hier kann wirklich niemand der wichtigen leute englisch! Niemand! Es fing damit an, dass die erste Nacht sehr großstädtisch war und damit laut, immerzu gehupe. Gut zugegebener Maßen weniger als am Tag, aber doch noch recht viel. Dann wurde ich um viertel vor 7 wach und wusste nichts mit mir anzufangen. Also koffer auspacken und lesen. Als ich mich auf den weg zu meinem Registrierungsbüro machte, habe ich einen weiteren Deutschen getroffen, der mich erstmal aufklärte, dass ich zum falschen Büro gehen möchte, also hab ich mich an ihn rangehangen und wir sind sowas von völlig anders gelandet, als ich dachte, das hätte ich niemals gefunden. Etliche Warteschlangen und Formulare später war ich soweit registriert. Jetzt muss ich mich noch um mein Visum kümmern, aber das klappt schon. Nebst Adressen und einem Terminplan habe ich auch die Information bekommen, dass ich als Scholarship-student keine Bankkarte bekomme. Aber wie soll ich dann bitte an mein Scholarship kommen??!! Ich hoffe, dass klärt sich auf dem Scholarship-meeting...
mit dem angefangenen Tag habe ich nun noch nicht soviel spannendes angefangen, ausser Geld zu wechseln ein wenig einkaufen zu gehen – einen richtigen Supermarkt habe ich noch nicht gefunden... und den unmengen an Fahrradfahrern und Autos aus demWeg zu springen. Der Himmel ist übrigens grau und das sei hier so! Na gute nacht... dafür ist des die ganze Zeit schwül warm und der Regen hat in den Augen gebrannt, als es kurz genieselt hat – erschreckend!
Im Moment geht es mir noch ganz gut, ich warte auf jmd, der mir das Internet einrichten will/ soll, aber das wäre schon vor einer halben Stunde so gewesen, ich weiss also nicht, ob das heute noch was wird.
Ich muss leider jetzt schon feststellen, dass ich sehr naiv an die ganze Sache gegangen bin. Wie gesagt, von wegen Englisch ist weltsprache. Der Baustaub, Lärm und Sprachbarikaden machen mir wahrscheinlich noch ganz schön zu schaffen. Im Moment sage ich mir immer noch „Kong An Jie,Zähne zusammen beissen“. Auch die Leute hier laufen schon alle in Gruppen herum und kennen sich von irgendwo her. Mal sehen, wie es weiter geht.
Da ich ja blutiger Anfänger bin, muss ich wohl nicht zum Einstufungstest sondern werde nach der Begrüssungsceremonie nächsten Sonntag in einen A-level Kurs gesteckt. Vielleicht nehmen sie mich an die Hand 

Bis dahin berichte ich sicher nochmal.
Antje

Ps: jetzt hätte ich doch beinahe das wichtigste vergessen: ich habe mir heute eine Mensakarte gekauft und bin zur großen Freude etlicher Chinesen mit dem Bilder-Buch zur riesen Theke... also hatte ich hinterher Reis, Scampis und Kohl – für 34cent!

Ankunft

Ni hao, wo she shanghairen!

Aber nun erstmal ganz von vorn. Ich bin heute morgen um halb 6 aufgestanden, um mich auf die weiter Reise nach China zu mache – um halb 6! Nach knapp 2 stunden Autofahrt war der Flughafen Frankfurt erreicht und ich machte mich auf die Suche nach einem Gepäckwagen. Unter all den tausenden Wagen, die am Flughafen so zu finden sind, habe ich mir nun den herausgesucht, in dem eine Überraschung für mich steckte. Im Handtaschenfach lag nämlich eine leere Schachtel Zigaretten aus China, genauer gesagt, produced in shanghai! Na wenn das mal kein Zeichen ist – die packung steht jetzt hier auf meinem Tisch. Soweit so gut, so motiviert ging es dann zum Schalter um das Servicepersonal davon zu überzeugen, dass ich all dieses Gepäck wirklich, dringend! Brauche und es mir natürlich leid tut, dass es soviel wiegt... auch das hat geklappt  noch dazu wurden meine Wünsche erhört und ich bekam einen Sitzplatz am Fenster und zwar vor dem Flügel.
Während sich die Maschine nach Doha nach und nach füllte freute ich mich über Kissen, Decke und Kopfhörer, die es mir ermöglichten, dutzende Filme oder Serien zu sehen oder Alben aller Musikrichtungen auszuprobieren. Irgendwann bekam auch ich meinen Sitzplatznachbarn und wieder hatte ich nur Glück! Denn mein Nachbar plapperte gleich fröhlich auf mich ein und erzählte so dies und das und wie sich heraus stellte, würde er auch 5 Stunden in Doha warten müssen und dass könne man ja zusammen machen. Er heisst übrigens Stefan, ist 28 und studiert Jura, zur Zeit in New York! Blonde lange Haare und Ralph Lauren Ausstattung inbegriffen. Jedenfalls hatten wir echt jede Menge Spass und haben ewig gebrasselt. In Doha angekommen stellte sich heraus, dass der Transitbereich wegen Bauarbeiten aus 2 Cafés und 1 Duty Free Shop (IN DEN VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN!!!) bestand und es nach Farbe roch. Also wurde ich kurzerhand auf einen Kaffee eingeladen und wir haben gemeinsam 4 Stunden einen Tisch in beschlag genommen und uns prima unterhalten und Emailadressen ausgetauscht. Es war natürlich hochinteressant für mich zu beobachten, wie sich die Männer in den weissen Kaftans und die Frauen unter den scharzen Burkas so verhielten – das ist schon ein ganz schöner Unterschied zur westlichen Kultur. Zu Stefans Unglück wurde sein Flug noch um eine weitere Stunde verschoben, sowie auch alle anderen, dass ich schon zittern musste, dass mir das auch passiert. Aber nichts da. Pünktlich um halb 1 Ortszeit sammelten sich alle im Flieger. – alle, dass hier dutzende Chinesen und Koreaner, sowie Dutzende arabischer Gescägtsmänner und eine Hand voll anderer, ich war das einzige alleinreisende, weibliche wesen an Board – dafür habe ich schon verwirrte Blicke geerntet. Wieder hatte ich Glück und wieder hatte ich einen Fensterplatz. Diesemal sollte mein Nachbar ein arabischer Businessman sein, der aber auch ganz interessiert nach allem und jedem gefragt hat, bis er dann feststellte, dass ich doch etwas müde wirkte – nach nur 18 Stunden auf den Beinen. Dank Oropax, Augenklappe und 2 Kissen könnte ich dann auch prima 6 oder 7 Stunden schlafen, allerdings nicht, ohne vom Captain zu hören, dass es schlechtes wetterbedingte Turbulenzen geben könnte – juhu! Zum Frühstück gab es dann gebratene Nudeln und ein warmes Croissant, aber da mein Magen sich eh schon beschwert hatte, beliess ich es bei dem Croissant. In Shanghai gelandet drückt mir auch der zweite Sitznachbar seine Visitenkarte in die Hand und sagt, ich könne mich jederzeit melden, wenn ich Hilfe brauche. Auch beim langen Anstehen bei der Passkontrolle wich er nicht von meiner Seite. Dann hab ich mir schnell meine Taschen geschnappt und in ein Meer aus wartenden mit Schildern eingetaucht. Ich habe noch nie soviele Namensschilder auf einem Haufen gesehen! Als ich am exchange Schalter anstand, schaute mich die Angestellte kurz an und drehte dann das Schild auf Closed... na danke schön. Also raus zum Taxi, und da haben mich knapp 40 Grad und gefülte 80% Luftfeuchtigkeit fast umgehauen. An sich war die Luft hundsmieserabel, da alles vor Abgasen stank. Und weil die Chinesen offensichtlich auf Reihen stehen, gab es auch da wieder eine zum anstellen. Durch einen Zufall habe ich dann meinen Vordermann angesprochen und es stellte sich heraus, dass er aus Mainz kommt. Übrigens, er fuhr mit einer chinesischen 2-Mann Delegation auch zur Fudan, ob ich mit möchte. Aber klar möchte ich das! Jedenfalls teilt mir der eine Chinese auf einmal mit, dass er das Taxi zahlen werde, oder viel mehr, die Uni. Prima, nicht?! 160Yuan (16€) gespart. Nach ein wenig hin und her haben sich die beiden chin. Studenten entschlossen erst den Mathematik- Wissenschaftler zum Hotel zu bringen und dann mich. Und nicht nur das, nein, sie haben mir auch geholfen an mein Zimmer zu kommen, was eigentlich noch gar nicht reserviert war... tststs. Und mich zusammen mit dem anderen Deutschen zum Essen eingeladen. So kam es, dass klein Antje auf einmal zwischen dutzenden Chinesen in der Mensa sass und von 5 verschiedenen Gerichten probierte, dazu gab es Saft aus grünen Bohnen. Sehr lecker! Grossartig! Die beiden Chinesen hatten mitbekommen, dass ich mein zuständiges Büro suchte und boten uns deshalb an, uns eine Campus-tour mir Büro-suche zu veranstalten. Auch hoch interessant. Jede Menge Eindrücke von Leuten, Gebäuden, Aktivitäten. Super! Ich muss einfach echt sagen, heute ist alles, aber auch alles perfekt gelaufen!


(Blick vom Balkon)
Zu meinem Zimmer noch ganz schnell: ich bin im 11 Stock (von 23!) und kann trotzdem schon den Großteil der blinkenden Skyline sehen. Möbel, Boden und Bad soweit ok und bald wirkt es auch nicht mehr so karg hier drin – ein bischen, wie ein noch nicht ganz fertig dekoriertes 2 Sterne-Zimmer (etwa 16qm!) mit Balkon!
Fotos und noch mehr Geschichten folgen morgen! Ich muss jetzt das tun, was diese Stadt offensichtlich nie tut, nämlich schlafen!
Antje


Erste Tage

hallo ihr lieben,
erstmal, jaaaaa, ich bin seit einer woche gut angkommen. in der zeit hatte ich dank chinesischer technik noch kein internet aber schon ein paar fotos gemacht und einige Texte geschrieben. ich werde sie jetzt nach und nach online stellen, dann könnt ihr alles live nacherleben :)