Ankunft
Ni hao, wo she shanghairen!
Aber nun erstmal ganz von vorn. Ich bin heute morgen um halb 6 aufgestanden, um mich auf die weiter Reise nach China zu mache – um halb 6! Nach knapp 2 stunden Autofahrt war der Flughafen Frankfurt erreicht und ich machte mich auf die Suche nach einem Gepäckwagen. Unter all den tausenden Wagen, die am Flughafen so zu finden sind, habe ich mir nun den herausgesucht, in dem eine Überraschung für mich steckte. Im Handtaschenfach lag nämlich eine leere Schachtel Zigaretten aus China, genauer gesagt, produced in shanghai! Na wenn das mal kein Zeichen ist – die packung steht jetzt hier auf meinem Tisch. Soweit so gut, so motiviert ging es dann zum Schalter um das Servicepersonal davon zu überzeugen, dass ich all dieses Gepäck wirklich, dringend! Brauche und es mir natürlich leid tut, dass es soviel wiegt... auch das hat geklappt noch dazu wurden meine Wünsche erhört und ich bekam einen Sitzplatz am Fenster und zwar vor dem Flügel.
Während sich die Maschine nach Doha nach und nach füllte freute ich mich über Kissen, Decke und Kopfhörer, die es mir ermöglichten, dutzende Filme oder Serien zu sehen oder Alben aller Musikrichtungen auszuprobieren. Irgendwann bekam auch ich meinen Sitzplatznachbarn und wieder hatte ich nur Glück! Denn mein Nachbar plapperte gleich fröhlich auf mich ein und erzählte so dies und das und wie sich heraus stellte, würde er auch 5 Stunden in Doha warten müssen und dass könne man ja zusammen machen. Er heisst übrigens Stefan, ist 28 und studiert Jura, zur Zeit in New York! Blonde lange Haare und Ralph Lauren Ausstattung inbegriffen. Jedenfalls hatten wir echt jede Menge Spass und haben ewig gebrasselt. In Doha angekommen stellte sich heraus, dass der Transitbereich wegen Bauarbeiten aus 2 Cafés und 1 Duty Free Shop (IN DEN VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN!!!) bestand und es nach Farbe roch. Also wurde ich kurzerhand auf einen Kaffee eingeladen und wir haben gemeinsam 4 Stunden einen Tisch in beschlag genommen und uns prima unterhalten und Emailadressen ausgetauscht. Es war natürlich hochinteressant für mich zu beobachten, wie sich die Männer in den weissen Kaftans und die Frauen unter den scharzen Burkas so verhielten – das ist schon ein ganz schöner Unterschied zur westlichen Kultur. Zu Stefans Unglück wurde sein Flug noch um eine weitere Stunde verschoben, sowie auch alle anderen, dass ich schon zittern musste, dass mir das auch passiert. Aber nichts da. Pünktlich um halb 1 Ortszeit sammelten sich alle im Flieger. – alle, dass hier dutzende Chinesen und Koreaner, sowie Dutzende arabischer Gescägtsmänner und eine Hand voll anderer, ich war das einzige alleinreisende, weibliche wesen an Board – dafür habe ich schon verwirrte Blicke geerntet. Wieder hatte ich Glück und wieder hatte ich einen Fensterplatz. Diesemal sollte mein Nachbar ein arabischer Businessman sein, der aber auch ganz interessiert nach allem und jedem gefragt hat, bis er dann feststellte, dass ich doch etwas müde wirkte – nach nur 18 Stunden auf den Beinen. Dank Oropax, Augenklappe und 2 Kissen könnte ich dann auch prima 6 oder 7 Stunden schlafen, allerdings nicht, ohne vom Captain zu hören, dass es schlechtes wetterbedingte Turbulenzen geben könnte – juhu! Zum Frühstück gab es dann gebratene Nudeln und ein warmes Croissant, aber da mein Magen sich eh schon beschwert hatte, beliess ich es bei dem Croissant. In Shanghai gelandet drückt mir auch der zweite Sitznachbar seine Visitenkarte in die Hand und sagt, ich könne mich jederzeit melden, wenn ich Hilfe brauche. Auch beim langen Anstehen bei der Passkontrolle wich er nicht von meiner Seite. Dann hab ich mir schnell meine Taschen geschnappt und in ein Meer aus wartenden mit Schildern eingetaucht. Ich habe noch nie soviele Namensschilder auf einem Haufen gesehen! Als ich am exchange Schalter anstand, schaute mich die Angestellte kurz an und drehte dann das Schild auf Closed... na danke schön. Also raus zum Taxi, und da haben mich knapp 40 Grad und gefülte 80% Luftfeuchtigkeit fast umgehauen. An sich war die Luft hundsmieserabel, da alles vor Abgasen stank. Und weil die Chinesen offensichtlich auf Reihen stehen, gab es auch da wieder eine zum anstellen. Durch einen Zufall habe ich dann meinen Vordermann angesprochen und es stellte sich heraus, dass er aus Mainz kommt. Übrigens, er fuhr mit einer chinesischen 2-Mann Delegation auch zur Fudan, ob ich mit möchte. Aber klar möchte ich das! Jedenfalls teilt mir der eine Chinese auf einmal mit, dass er das Taxi zahlen werde, oder viel mehr, die Uni. Prima, nicht?! 160Yuan (16€) gespart. Nach ein wenig hin und her haben sich die beiden chin. Studenten entschlossen erst den Mathematik- Wissenschaftler zum Hotel zu bringen und dann mich. Und nicht nur das, nein, sie haben mir auch geholfen an mein Zimmer zu kommen, was eigentlich noch gar nicht reserviert war... tststs. Und mich zusammen mit dem anderen Deutschen zum Essen eingeladen. So kam es, dass klein Antje auf einmal zwischen dutzenden Chinesen in der Mensa sass und von 5 verschiedenen Gerichten probierte, dazu gab es Saft aus grünen Bohnen. Sehr lecker! Grossartig! Die beiden Chinesen hatten mitbekommen, dass ich mein zuständiges Büro suchte und boten uns deshalb an, uns eine Campus-tour mir Büro-suche zu veranstalten. Auch hoch interessant. Jede Menge Eindrücke von Leuten, Gebäuden, Aktivitäten. Super! Ich muss einfach echt sagen, heute ist alles, aber auch alles perfekt gelaufen!

(Blick vom Balkon)
Zu meinem Zimmer noch ganz schnell: ich bin im 11 Stock (von 23!) und kann trotzdem schon den Großteil der blinkenden Skyline sehen. Möbel, Boden und Bad soweit ok und bald wirkt es auch nicht mehr so karg hier drin – ein bischen, wie ein noch nicht ganz fertig dekoriertes 2 Sterne-Zimmer (etwa 16qm!) mit Balkon!
Fotos und noch mehr Geschichten folgen morgen! Ich muss jetzt das tun, was diese Stadt offensichtlich nie tut, nämlich schlafen!
Antje


1 Comments:
Liebe Antje,
Dein Bericht ist intessant, aber zur Korrektur für den Unwissenden: Ihre Eltern und Ihre Schwester waren mit in Frankfurt und haben auch einen Gepäckwagen gesucht und geschoben.
Das Foto auf dem Balkon sieht nach Leben aus. Ich hätte mir vorgestellt, daß mehr Grün drumherum ist. Tja, daß mit der Zigarettenschachtel war wohl wirklich ein Glücksbringer.
Viel Spaß weiterhin und benutze ab und zu mal die Rechtschreibehilfe.
Deine Mami
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