Kong An Jie in der grossen Welt

Montag, März 12, 2007

ein Wochenende in Shanghai

12.3.2007

Hallo ihr lieben,

ein weiteres Wochenende in Shanghai ist vorbei – und ich habe es gut genutzt.

Da ich irgendwann, irgendwo mal erfahren hatte, dass es neben dem Paulaner und auch dem Max und Moritz-Lokal hier noch ein weiteres deutsches Restaurant geben muss, was zu dem Freitags noch „all you can eat“-Schnitzel und Kartoffelsalat anbietet – habe ich da kurzerhand mal angerufen und einen Tisch bestellt. Wie sich dann so im Laufe der Woche und des Freitags herauskristalisierte, sollte wir eine kleine Runde von vier Personen werden. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten, denn es gibt zwei Lokale, mit fast gleichem Namen, aber unglaublich weit auseinander, haben Charlotte, Ji, Lydia und ich uns dann im gut versteckten „Papa’s Bierstube“ nieder gelassen und uns von der Wirtin erklären lassen, dass der Schnitzelrekord bei 14 (!!) läge und wir den zu brechen hätten (!!!). Auf die Frage, ob wir als Tisch auch als eine Person essen dürften, hat sie leider nur mit einem Lachen geantwortet. Nichts desto trotz haben wir alle hart daran gearbeitet, dann doch wenigstens den eigenen Rekord, insofern je einer von uns einen hatte, aufzustellen. Und mit Hilfe von motivierenden Worten der Wirtin und einem guten Jägermeister haben wir es dann auch alle auf 3 ½ unglaublich grosser Schnitzel geschafft. (Charlotte, die kleine Kämpferin, hat es auf ganze 4 geschafft!)

Am Sonntag morgen war dann schon wieder Essen angesagt, ich wurde in eine französische Runde zum Brunch eingeladen. Nachdem wir zwei Stunden gemütlich geplauscht und geknabbert hatten, war ich auch schon mit Lydia verabredet – wir wollten endlich das Propaganda Poster Art Museum suchen und besuchen. Schon im Reiseführer stand, dass es nur sehr schwierig zu finden sei. Und tatsächlich entdeckten wir es dann nach Fragen und Suchen in einer Wohnsiedlung in einem Keller. Chronologisch geordnet und mit historischer Hintergrundserklärung wurden dort einige dutzend bunte und kreative Propaganda Poster ausgestellt. Im Anschliessenden Shop hätte man auch welche kaufen können. Von 60€ bis 180€ war alles dabei. Sogar original Kulturrevolutionsbücher mit Liedtexten und Sprüchen in Englisch oder Revolutionsschalplatten waren zu erstehen! Die Bücher waren wohl zum Englisch lernen gedacht, denn darin befanden sich unter anderem Lückentexte wie: „Chairman Mao is... - (Eintrag:) the best Leader China ever has and ever will have!“ ausserdem konnten wir lernen, dass e eigentlich Mao war, der Marx und Lenins Gedanken erst richtig kultiviert und auf den früchtereichen Höhepunkt gebracht hat! Leider waren Fotos nicht erlaubt, aber wenn ihr möchtet, schaut doch mal auf www.shanghaipropagandaart.com. Ich versuche in der Zwischenzeit ein paar Postkarten einscannen zu lassen.

Ausserdem habe ich mich heute mal wieder ins Fitnessstudio bewegt und mal was Neues ausprobiert. In diesem Fall war das der sogenannte „Pumpsculp“-kurs unter der Leitung des chinesischen Fitnesstrainers, der sich selbst den schönen, englischen Namen Handsome (Schönling) gegeben hat. Es war in jedem Fall ein Highlight. Das Training mit Hanteln usw. wurde nicht nach Einheiten oder gar Zeitsystem gehandhabt, sondern schlicht und ergreifend nach den Liedern und ihrer Länge. Nach ungefähr einer Viertel Stunde fing Handsome an, hin und wieder Lieder mitzusingen, bis er am Ende sogar in voller Begeisterung ganze Trance-Stücke mitsang – ohne Text! J

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

hey Schnegge,
schön zu lesen, dass es dir gut geht und das du es mal wieder geschafft hast, dich in den Umkreis der größten Nerds zu begeben ;) Ich hoffe, es wird noch Fotos von Handsome geben- oder besser noch Videos.

Paß gut auf dich auf, ich hab dich lieb.

4:58 AM  
Blogger Antje said...

haja, man tut was man kann :) - antje

10:13 AM  

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