Kong An Jie in der grossen Welt

Montag, Juni 25, 2007

Qingdao Teil I

Und wieder warteten die Rucksäcke brav gepackt im Büro – heute Abend sollte es für sie nach Qingdao gehen. Qingdao ist für vieles bekannt: dafür, dass es einmal deutsch war; dafür, dass das berühmte Chinesische Bier Tsingtao (alte Deutsche Schreibweise) dort gebraut wird, dafür, dass es dort traumhafte Strände gibt; dafür, dass es dort fantastisches Essen gibt...
Wer jetzt nicht nach Qingdao will, ist kaum noch zu helfen, so auch und - also Flüge gebucht, Moritz angerufen und Rucksäcke gepackt und los geht’s. Anja, Christoph, Christian und ich haben uns am Freitag Abend auf den Weg gemacht. Da Christian am Freitag auch noch Geburtstag hatte, kurz noch einen Abstecher durch den Supermarkt auf Geschenksuche. Neben einer Kleinigkeit sind Anja und ich auch über die internationalem Biersorten gestolpert. Da es Wochenende war und sich dieses auch noch zwangsweise um eben jenes deutsche Exportgut drehte, haben wir eben da schon gestartet. So wählte Anja eine englische Sorte und ich eine – einigen wahrscheinlich wohlbekannte – deutsche Sorte, nämlich Kulmbacher Schwarzbier. – (Ja, der Supermarkt war in Shanghai – siehe Beweisfoto!)
Da unser Flug um 10 gehen sollte, trafen wir uns am Flughafen Hongqiao – den unser Taxifahrer in Rekordzeit erreichen wollte. Leider zum Nachteil von Christian, da dieser nach mehrfachen Bittens um die Klimaanlage mit der Begründung abgewiesen wurde, dass das nur unnötig das Auto verlangsame.
In Qingdao angekommen erschien das Wetter nicht all zu gut, aber es war ja schon dunkel und somit noch Hoffnung für den nächsten Tag. Eine wilde Taxifahrt – mit integrierter Stadtführung (ungefragt) später erreichten wir unsere Jugendherberge im Herzen der Altstadt Qingdaos – dass diese nur wenig mit den Bildern auf der Homepage gemein hatte ließ sich zunächst (wegen der Dunkelheit) nicht feststellen. Das die Zimmer allerdings nach chinesischen Ansprüchen gestaltet wurden, war allerdings recht schnell deutlich. Zwei Betten und ein riesiger Fernseher – das reicht!
Auf der Suche nach einem netten lokal sind wir gleich vor der Haustür hängen geblieben, da 6 sauber aufgestapelte Bierfässer unsere Aufmerksamkeit erregten. Der Besitzer fragte uns gleich, wie viel wir haben wollten und wir antworteten mit „3 Gläser“ – das war jedoch falsch! In Qingdao wird das Bier in Tüten verkauft. – Ja, Plastiktüten. In eine durchsichtige Tsingtao-Biertüte passen 2,5 Liter und diese sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt (außer in Shanghai).
Also haben wir unsere Tüte Bier genommen und sind wieder zurück ins Hostel, denn eine Tüte Bier zu haben ist die eine Sache, aber daraus zu trinken, die andere – und so bevorzugten wir doch die Glas-Version.
Eine Tüte (leider etwas schales) Bier später begaben wir uns allerdings noch mal auf die Suche nach etwas zu Essen und wurden bei einer kleinen chinesischen „Taverne“, um nicht Spilunke zu sagen, gern begrüßt (es war 1 Uhr morgens).
Am nächsten morgen zeigte sich Qingdao von seiner nassesten Seite. Obwohl wir alle Sonnencreme, - Brillen und Flipflops im Gepäck hatten, wollte uns der Wettergott diesen Gefallen nicht tun.