Bejing I
Wer in China studiert sollte der Hauptstadt definitiv einen Besuch abstatten. Gesagt, getan wurde ich von einer Freundin eingeladen sie auf einen Kurztripp zu begleiten. Kurztripp heisst Freitag abend mit dem 12 Stunden Nachtzug nach Bejing und Sonntag Nacht zurück. Wir waren vier Mädels, darunter eine Shanghaierin, die zu mindest der Chinesischen Sprache mächtig war, was noch lange nicht heisst, dass die Beinger sie verstehen wollten. Jedenfalls hatten wir einen grossen gemütlichen Schlafwagen für uns und sind erster Klasse für 50€ losgezogen.
Morgens um 7 war dann die Landeshauptstadt erreicht und wir machten uns auf die Suche nach einem Fahrer, der uns zur Chinesischen Mauer (Chang Cheng) bringen sollte. Wir fanden schliesslich jemanden, der uns den ganzen Tag begleiten würde und den wir auch am nächsten Tag wieder anriefen. Doch jetzt alles von Anfang an. Auf 12 Stunden Zugfahrt folgten 2 Stunden Autofahrt nach Badaling, der Touri-Hochburg an der Chinesischen Mauer. In den Eintrittstickets enthalten ist übrigens auch eine Versicherung, für den Fall, dass man von der Mauer stürzt?! Was genau darin enthalten ist, haben wir allerdings nicht ausprobiert. Da waren wir also nun, auf DER Mauer, einem tausende Jahre altem und tausende Kilometer langem Bauwerk, dass sich wie eine Schlange durch die Berge zieht. Kaum vorstellbar, wie diese überhaupt aufgebaut wurde. Wie überall in China war natürlich auch die Sehenswürdigkeit umrahmt von Kommerzialisierung „Hello Lady, look, Bag, Gucci, Prada...Hello Lady“ aber auf der Mauer selbst wurde es dann besser. Ich weiss um ehrlich zu sein nicht, wie ich euch nun beschreiben kann, auf der Mauer zu laufen. Zunächst einmal sind es hunderte Treppen, die zwischen Zigarettenschachtehöhe und Kniehoch alle Grössen haben, dann sind zwischen durch Steigungen zu erklimmen, die ohne Geländer schier unmöglich sind, da es so steil ist! Wir hatten dazu noch unglaubliches Glück mit dem Wetter, denn die Sonne hat mit den vielen chinesischen Foto-gesichtern um die Wette gestrahlt. Durch die Anstrengung und die Hitze war recht schnell klar, dass mehr als 2 Stunden auf diesem Bauwerk nicht zu schaffen sind, und dabei war es erst 9 Uhr morgens!
Unser nächster Stopp an diesem Tag, nach einer Stärkung mit einer Nudelsuppe an der Mauer, waren die Minggräber – eine etwa 7 Kilometer lange Strecke, an der elf verschiedene Gräber und Paläste aufgereiht stehen. Der schönste, und soweit ich verstanden habe, einer der beiden einizig Zugängigen ist das LingPin Grab, was sich vor allem durch seinen wunderschönen Garten ausgezeichnet hat:
GARTEN
Nach einem langen Spaziergang durch die Parkanlage wollten wir uns kurz auf einer Bank ausruhen, was darin endete, dass Fotos von Chinesischen Männern und mir gemacht wurden – sehr seltsam.
Da wir noch etwas Zeit hatten und durch den Fahrer schon ein günstiges Hotel gefunden hatten, beschlossen wir noch eine andere Strasse zu besuchen, die nur zu Fuss zugänglich ist und rechts und links von 6 Menschen und 18 Tierpaaren gesäumt ist. Auch wenn die gesammte Anlage unglaublich Künstlich und Überpflegt wirkte, waren es doch eindrucksvolle Figuren, ich denke die Bilder sagen mehr über die Grössenverhältnisse.
Unser Abendessen sollte ein typisch Bejinger Essen werden, sprich Peking-ente. Dafür sind wir extra in eines der bekanntesten und angeblich besten Restaurants der Stadt gefahren. Leider waren wir nicht die einzigen, die dorthin gepilgert sind, so mussten wir eine ganze Stunde warten, bis wir endlich mit Essen an einem Tisch sassen – dafür wurde die Ente direkt am Tisch tranchiert und ihr (vieles) Geld wirklich wert.
Schliesslich sind wir nach einem 16 Stunden Tag in unsere weichen Hotelbetten gefallen um am nächsten morgen um 5Uhr aufzustehen! – Dazu später mehr.

1 Comments:
Hey Antje,
klingt ja umwerfend bei dir, wird man richtig neidisch, vor allem wenn man, so wie ich, noch hier in Schland rumgammelt. Naja, das ist hoffentlich auch bald vorbei, werd nächstes Jahr erst mal ne kleine Tour in entlegene Winkel der Welt machen und dann mal sehen, was meine Bewerbung bei Oxford so ergibt....
Wünsch dir weiter so viel Spaß und eine gute Zeit in Shanghai, pass auf dich auf und bis bald.
Cheers,
Fabio
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