Xi'an
Weihnachten dieses Jahr war alles etwas anders. Nachdem ich mit einigen Freunden zusammen einen sehr gemütlichen und mit vielem leckeren Essen ausgestatteten Weihnachtsabend verbracht hatte, wollte ich mit Jho und ihrer Familie am 25.12 ins Flugzeug Richtung Xi’an steigen. Auf gepackten Koffern sitzend bzw. im Türrahmen stehend bekamen dann Jho und ich beide einen Anruf unseres Reisebüros, dass unser Flug gestrichen wurde und wir erst am nächsten Tag fliegen könnten. Da ich aber meinen Rückflug schon für den 27. gebucht hatte und Jho’s Familie an diesem Tag weiter nach Peking fliegen wollte, machte das natürlich keinen Sinn. Also sind wir trotzdem zum Flughafen um vor Ort in eine andere Maschine zu kommen, was dann letztendlich auch schneller geklappt hatte, als wir befürchteten und mit nur einer Stunde Verspätung konnten wir an Board einer winzig kleinen China Eastern Airline Maschine gehen. In Xi’an angekommen war recht schnell klar, warum etliche Flüge mit diesem Ziel gestrichen wurden, es war so nebelig, dass man einige Meter vom Flughafenentfernt nicht mal mehr das Gebäude richtig erkennen konnte.
Dafür hatten wir umso mehr Glück mit unserem Hotel, dass wirklich genau im Stadtzentrum liegt – auf der einen Seite den Glockenturm und auf der anderen die historische und ca 13,5km lange Stadtmauer Xi’ans (an dieser Stelle danke an Susi für den guten Tipp!). Nachdem jeder sein Zimmer/Bett bezogen hatte, wollten wir gemeinsam die Umgebung etwas erkunden und etwas essen gehen. Auf unserem Weg kamen wir an etlichen interessanten Straßenköchen vorbei und haben auch das ein oder andere probier – unter anderem der für Xi’an typische „Burger“ der etwas an Döner erinnert, da es sich um eine Art Hefebrötchen gefüllt mit Schweinefleisch handelt, und einer süßen Speise die mit verschiedenen Geschmacksrichtungen dampfgegart wird. Ein Restaurantbesuch und ein bisschen Souvenierkaufen später sind wir noch ein bisschen über den großen Stadtplatz gelaufen auf dem an diesem Abend eine Art Weihnachts- oder Volksfest stattfand (wo ich leider mit einem Taschendieb Bekanntschaft machen musste und nur im letzten Augenblick gemerkt habe, wie jmd an meiner Kamera zupft, aber es ist ja zum Glück nichts passiert). Zurück um Hotel wurden alle Wecker auf 7 Uhr gestellt, denn wir hatten ja nur einen Tag und wollten möglichst viel erleben.
Als Erstes stand natürlich die berühmte Tonarmee von Xi’an auf dem Programm zu der wir mit dem Bus fahren wollten. Nach einer etwas abenteuerlichen Suche und etlichen Fehlinformationen später saßen wir dann doch zwischen lauter lustigen Chinesen in einem Rüttel-Schüttel-Bus Richtung Tonarmee. Kaum auf der Autobahn angekommen standen wir allerdings im Stau – es war eine Vollsperrung wegen eines Unfalls. Und so haben wir es geschafft für eine Strecke von etwa 30km knapp 4 Stunden zu brauchen. Aber dafür haben wir die Bekanntschaft einiger sehr netten Chinesen machen können und die Busbegleiterin hat uns eine Set Tonsoldaten-Souverniers (4 kleine Soldaten (verschiedene) und ein Pferd in einer Box) geschenkt, weil wir so lange warten mussten. Sehr nett!
Am Ziel angekommen waren wir freudig überrascht davon, dass wegen der Jahreszeit verhältnismäßig wenig andere Touristen dort waren. Während man im Sommer kaum in die Halle der Soldaten reinkommt hatten wir allen Platz der Welt. (wir haben übrigens alle überlegt und Ausschau gehalten, wie der deutsche Student sich da so einfach hat rein schleichen können – es scheint fast unmöglich.) jedenfalls war es unglaublich in dieser Halle zu stehen und endlich das in live und Farbe zu sehen, was man sonst nur von Fotos kennt. Nach der Berliner Mauer und dem Tor, den Pyramiden in Kairo und der Klettertour auf der Chinesischen Mauer kann ich jetzt also auch die Tonarmee aus Xi’an abhaken.
Die Rückfahrt hat im Gegensatz zur Hinfahrt sehr gut geklappt und 1 ½ Stunden später waren wir wieder am Bahnhof. Leider ging es Jho’s Mutter nicht all zu gut, weshalb wir eine Apotheke aufsuchen mussten – eine der spannendsten und interessantesten die ich je gesehen habe! Der ganze vordere Teil war mit traditioneller Chinesischer Medizin ausgestattet, lauter getrocknetes Zeug (Seepferdchen, Seesterne, Pfoten, Pilze aller Arten, hunderte Pulver, Wurzeln und anderem) – und in der Mitte ein kleines Stöfchen um die Medizin auch gleich aufkochen zu können.
Da wir am 2ten Tag um 12 den Bus zum Flughafen nehmen mussten und wir vorher noch das Muslimische Viertel und die dazu gehörige Moschee – eine der ältesten und schönsten Chinas – wurden die Wecker wieder auf 7 Uhr gestellt. Als wir in dem Viertel ankamen lag immer noch der schwere Nebel über Xi’an und die Händler waren gerade dabei ihre Souvenierstände auf zu bauen. Auch hier dank Tages- und Jahreszeit kaum Besucher. So hatten wir die ca 2700Jahre alte Moschee fast für uns allein. Ich kann euch sagen, dass war einer der schönsten Orte, an dem ich je war! Die Moschee erinnerte zwar durch den an China angepassten Stil eher an einen Tempel aber die Mischung aus arabischen und chinesischen Schriftzeichen gaben diesem Ort eine ganz eigene Atmosphäre. Die Tore, Türme und Bögen waren genau so angeordnet, dass man von einem Punkt durch alle hindurch schauen konnte – einfach spannend!
Auf dem Flughafen angekommen, mussten wir feststellen, dass fast alle Flüge wetterbedingt verschoben wurden – so auch meiner. Als mein Flugzeug (diesmal von HainanAir, aber immer noch nicht größer) endlich startklar war, waren meine Sitznachbarn eine Chinesin mit ihrem kleinen Sohn. Nach etlichen Minuten in denen ich versucht habe ihr zu erklären, was ich in China und vor allem in Xi’an mache bot sie mich einige ihrer getrockneten Früchte an, die seien besser als Schokolade J. Im Landeanflug drückte sie mir einen ganzen Beutel getrockneter Kiwis in die Hand und sagte, dass diese gut für mich seien und ich die Vitamine in Shanghai bestimmt gebrauchen könne. Nett, oder?
Vom Flughafen zu mir braucht man ungefähr eine Stunde und 18€ mit dem Taxi, oder man nimmt die Magnetschwebebahn und scheppert mit 410km/h in 8 Minuten zur nächstem Metrostation, mit der man dann zwar 1 ½ Stunden, aber nur 1,20€ braucht – ich bin jedenfalls heil zu hause angekommen!
Man kann also sagen, dass war eine aufregende Reise – auf allen Ebenen!
Ps: es folgen noch ein paar Bilder, wenn ich Jhos bekomme.


1 Comments:
kittymaus,
will unbedingt fotos sehen, wie aufregend!
dicken kuss aus dus, jen
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